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Das Leben als GIT-Student - Los geht's: Die Bewerbung

Freitag, 25. September 2009

„Wie, du studierst in Los Angeles? Hollywood? Wie geht das denn?“ … auf diese Fragen gibt es eigentlich eine ziemlich einfache Antwort: Man bewirbt sich!

Über das Internetportal der Schule kann man sich Infomaterial zukommen lassen (http://www.mi.edu/admissions/how-to-apply). Dieses bekommt man in Form einer DVD (welche Videos der Schule und den Course-Katalog als pdf-Dokument enthält), eines kleinen Buches, sowie einem Anmeldeformular per Post, oder selbiges nur ohne Videos und komplett in pdf Form per Email. Das Infomaterial ist übrigens für alle Abteilungen der Schule. Diese besteht nämlich nicht nur aus dem GIT (Gitarre), sondern auch aus den Abteilungen BIT (Bass), PIT (Drums), KIT (Keyboards), VIT (Gesang), RIT (Recording), MBP (Musik-Business), GCA (Gitarrenbau), IAP (Independent Artist) und FilmIT (Film).

Man bekommt nach der Anfrage einen sogenannten „Admissions Representative“ zugeteilt, an den man sich auch später noch mit allen Fragen wenden kann. Nachdem man nun das nötige Material hat, geht es daran die Anmeldung auszufüllen. Das ist ziemlich einfach, denn man muss nur seine Daten eintragen, dass gewünschte Programm wählen und die geforderte Audioaufnahme machen.



Aufnahmevoraussetzungen


Fürs GIT bestanden diese aus mehreren Skalen und Arpeggios, einem 60-sekündigen Rhythmus in einem beliebigen Stil, drei Songs in möglichst unterschiedlichen Stilistiken und einer kurzen Sprachaufnahme in der man erläutert warum man grade ans GIT will. Alles sollte mit einem Metronom oder einem Drum-Computer/Play-Along aufgenommen werden. Das ausgefüllte Anmeldeformular scannt man wieder ein und schickt es per Email an seinen Admission Representative.

Zusätzlich muss man auch Kopien seines Abiturzeugnisses und seines Personalausweises mitschicken. Zum Glück können auch die Aufnahmen im mp3-Format per Email geschickt werden, denn das spart Zeit und Geld. Das Wichtigste für die Schule hierbei ist jedoch, dass man ein Kreditkartenformular ausfüllt damit die 100 Dollar Anmeldegebühr eingezogen werden können.


Ohne Geld kein Studium …


Womit wir dann auch beim unangenehmen Teil, dem Finanziellen angekommen wären.
Das MI ist, wie viele Unis in den USA, eine private Schule und kostet dementsprechend. Nach den 100 Dollar für die Anmeldung muss man, wenn man angenommen wurde, erstmal einen Pfand von 300 Dollar zahlen um seinen Studienplatz zu sichern. Dann wird’s richtig teuer: Für den Antrag des Studentenvisums in Deutschland braucht man ein I-20-Formular, das das MI ausstellen kann.

Da man als Student in den USA nicht arbeiten darf, muss man ein von der Bank ausgefülltes Formular ans MI schicken, das belegt, dass man das Geld sowohl für das Studium in LA als auch die Lebenshaltungskosten von angesetzten 10.000 Dollar hat. Das ist allerdings ziemlich niedrig angesetzt, da die Mieten zwischen 700 und 1200 Dollar für Einzimmer-Appartments betragen. Da das Studium mittlerweile sage und schreibe 27.100 Dollar kostet, müssen insgesamt 37.100 Dollar vorgewiesen werden. Beim momentanen Kurs sind das ungefähr 27.000 Euro. Zusätzlich sollte man ca. 1.000 Euro für den Hin- und Rückflug sowie eine private Krankenversicherung ab 600 Euro einplanen.



Interviews im US-Konsulat


Erst nachdem man die Hälfte der Schulgebühren - also 13.550 Dollar - überwiesen hat, bekommt man sein I-20. Hält man es endlich in den Händen, muss man einen Termin für ein persönliches Interview beim US-Konsulat in Berlin, Frankfurt oder München machen. Das Interview kostet 10 Dollar sowie eine Gebühr von 200 Dollar für das I-20-Formular. Zusätzlich kommen natürlich auch noch die Kosten für die Fahrt zur Botschaft hinzu.

 

Das ist ziemlich ärgerlich, zumal das Gespräch in der US-Botschaft eher provisorischer Natur ist. Ich stand dreieinhalb Stunden an, musste drinnen noch für sechs Euro ein neues Foto machen, da mein Bild anscheinend einen Schatten im Hintergrund hatte, war 30 Sekunden beim Interview und konnte wieder gehen. Ich wurde nur gefragt, was ich in den USA machen möchte und wie lange ich dort bleiben will. Drei Tage später kam mein Visum per Post.



Flug nicht vergessen!


Endlich hatte ich alles geregelt! Aber Moment … ich hatte noch keinen Flug gebucht und keine Reiseversicherung abgeschlossen, da man erst einen Flug buchen soll, wenn man sein Visum hat. Schließlich weiß man damit erst, wann man einreisen darf. Ähnlich verhält es sich mit der Reiseversicherung. Wenn man nicht weiß, von wann bis wann man fährt, kann man schlecht einen genauen Zeitraum versichern. Nachdem ich nun alles geregelt hatte, hieß es abwarten und Tee trinken.

 

Insgesamt kann man sagen, dass es sich bei der ganzen Sache um einen ziemlich teuren Spaß handelt – ich musste bisher ungefähr 29.000 Euro hinblättern). Ob sich das ganze Geld lohnt, wird sich in den nächsten Wochen/Monaten/Jahren zeigen. Das nächste Mal werde ich etwas zum Leben in LA und zum MI an sich, und vielleicht auch schon zum Unterricht schreiben.

 

Bei Fragen addet mich ruhig bei Facebook.

Bis dahin... Rock On! Euer Mikis.

 



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