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Das Leben als GIT-Student - Der Umzug

Dienstag, 27. Oktober 2009

Nachdem ich in der letzten Ausgabe des Blogs über die Vorbereitungen gesprochen habe, möchte ich heute etwas über meinem “Umzug” und über das Leben in Hollywood erzählen.

Mitbewohner gesucht!

Als ich nun alles geregelt hatte, ging es daran, eine Wohnung in Los Angeles zu finden. Da die Mieten in LA sehr hoch sind, habe ich mich dazu entschlossen, in eine WG mit einem weiteren Studenten zu ziehen. Hierbei bekommt man Hilfe vom Housing-Department des Musicians Institute. Dieses hat eine Website eingerichtet, auf der jeder MI-Student, der nach LA zieht, sich Mitbewohner oder ein Zimmer suchen kann. Nach mehreren Emails mit unterschiedlichen Personen habe ich mich dann für einen Mitbewohner entschieden. Glücklicherweise ist er schon zwei Wochen vor mir nach LA gezogen und konnte sich somit schon nach Wohnungen umschauen.

Teures Pflaster

Von den Wohnungen hat er mir dann Fotos geschickt. Wir haben uns im Endeffekt für eine Wohnung entschieden die zwar etwas teurer ist, dafür aber ziemlich zentral in Hollywood liegt (man ist in wenigen Minuten im Supermarkt, in der Schule oder dem Guitarcenter). Die andere Möglichkeit wäre eine Wohnung etwas Außerhalb gewesen, dann wären jedoch noch Kosten für die Fahrten dazu gekommen, womit die Kosten ungefähr so hoch gewesen wären wie eine Wohnung direkt in Hollywood. Insgesamt zahlen wir jetzt 1.450 Dollar für zwei Zimmer, Küche und Bad.

 

Die Aussicht von unserem Balkon

 


Reiseschwierigkeiten

Von Düsseldorf aus bin ich mit einem Direktflug nach Los Angeles geflogen. Entgegen meiner Befürchtungen war es kein Problem meine Gitarre im Handgepäck mit zu nehmen (Andernfalls hätte ich mir in LA eine Neue kaufen müssen, was bei dem Angebot das es hier gibt auch nicht unbedingt schlecht gewesen wäre …). In LA angekommen hieß es dann erstmal wieder warten, da kurz vor unserem Flugzeug mehrere andere Maschinen gelandet waren und nun ein paar hundert Menschen gleichzeitig ins Land wollten. Nachdem man dann endlich die Passkontrolle hinter sich hatte musste man sein Gepäck abholen und sich beim US-Zoll melden, da jeder der den Flughafen verlassen will eine Zollkontrolle durchlaufen muss. Mit einem Shuttlebus bin ich dann zu der von meinem Mitbewohner angegebenen Adresse gefahren. Als ich endlich nach ca. 14 Stunden Reise (von Düsseldorf aus versteht sich) vor der Tür des Wohngebäudes stand, hatte ich  ein weiteres Problem: es gab keine Klingel und ich wusste die Appartmentnummer nicht. Glücklicherweise kam genau in diesem Moment mein Mitbewohner die Treppe herunter. Die ersten fünf Nächte waren ziemlich hart (im wahrsten Sinne des Wortes), da ich weder ein Bett noch irgendwelche anderen Einrichtungsgegenstände hatte und somit die ersten drei Nächte auf dem Fußboden und schlafen musste (am vierten Tag kam ich auf die tolle Idee, auf dem Gigbag meiner Gitarre zu schlafen - natürlich ohne Gitarre drin). Ich hatte mir zwar eine Matratze bestellt, diese kam jedoch wie gesagt erst fünf Tage später an.


Der Preis trügt

Los Angeles ist eine der teuersten Städte der USA und trotzdem sind einige Sachen wesentlich günstiger als in Deutschland. Jedoch muss man aufpassen, dass man sich nicht von den ausgeschrieben Preisen blenden lässt, da bei Angeboten wie Gitarren, Laptops, Handys oder sonstigen Elektroartikeln die Steuer noch nicht eingerechnet ist und diese erst an der Kasse eingerechnet wir. Man kann also schnell mal eine böse Überraschung erleben. Außerdem muss man aufpassen, wenn man die Sachen wieder mit nach Deutschland nehmen will, da am Flughafen in Deutschland nochmal 19% hinzukommen und da ist das Schnäppchen aus den USA schnell teurer als in Deutschland. Trotzdem kann es sich lohnen eine Gitarre hier zu kaufen, da es z.B. von Schecter-Serien gibt, die nur für die USA produziert werden, und für eine seltene Schönheit nimmt man dann doch gerne die Mehrkosten in Kauf.


Schattenseiten einer amerikanischen Großstadt

Seit ich in Hollywood angekommen bin, hat es noch kein einziges Mal geregnet und es herrschen Temperaturen von 20-40°C und das im September. Überall stehen Palmen und man fühlt sich schon ein wenig wie im Urlaub. Doch die Stadt hat auch ihre Schattenseiten. Abgesehen davon, dass das Wasser aus der Leitung einen ziemlich hohen Chloridgehalt hat und man sich nach jeder Dusche fühlt, als käme man aus dem Schwimmbad, hört man alle zehn Minuten eine Sirene (auch bei geschlossenen Fenstern, da es hier anscheinend keine Doppelverglasung gibt). Man findet hier in jeder Straße Obdachlose und Crackheads. Hauptsächlich an den größeren Straßen wie dem Sunset Boulevard oder dem Santa Monica Boulevard, jedoch auch in den kleineren Straßen. Und das sind genau die Straßen, die man nachts meiden sollte. Die Kriminalitätsrate soll hier relativ hoch sein (ich persönlich habe davon aber noch nichts mitbekommen), jedoch hat sich das wohl in den letzten Jahren deutlich gebessert. Des Weiteren fahren die Autofahrer hier wie verrückt. Naja, eigentlich ist das auch nicht verwunderlich, da der Führerschein nur 26 Dollar kostet und der praktische Test daraus besteht, dass man einmal um den Block fährt und dann einparkt. Da kann es schon mal vorkommen, das auf einem zehnspurigen Highway einfach mal von ganz rechts über fünf Spuren nach ganz links rübergezogen wird. Da kann man eigentlich nur sagen: „Welch ein Glück, dass ich so zentral wohne und kein Auto fahren muss!“ 


Der Sunset Boulevard



Bis dahin...Rock On! Mikis (bei Fragen erreicht ihr mich unter www.facebook.com/mtrimborn



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