Focusrite Scarlett 2i2 - die nächste Generation

„Scarlett 2i2 – das meistverkaufte Interface“ schreiben sich Focusrite auf ihrer Homepage auf die Fahnenstange. Schaut man seinem Lieblings-YouTuber auf die Mikrofoneingänge, so kann man mit recht hoher Wahrscheinlichkeit eine Focusrite-Soundkarte erspähen. Im letzten Jahr wurde die Scarlett-Serie neu aufgelegt und ist nun in dritter Generation erhältlich.

Für 159 Euro ist das 2i2 zwar nicht das günstigste Interface seiner Klasse, jedoch bietet es einen Mehrwert, den die Konkurrenz selten mit sich bringt: ein umfassendes Software-Paket, AIR-Schaltung, 192 kHz Unterstützung und hochwertige Verarbeitung. Man verbindet es ganz einfach per USB-Kabel mit dem Mac oder dem PC, das Audio-Gerät wird vom Betriebssystem erkannt. Der Kopfhörerausgang klingt klar und neutral, die Lautstärke ist für die meisten Anwendungen und Kopfhörer laut genug.

Volle Funktionalität

Um die volle Funktionalität über 48 kHz sicherzustellen, muss die Steuerungssoftware „Focusrite Control“ auf der Herstellerseite im Internet heruntergeladen werden. Die mitgelieferte Software steht dort ebenfalls nach Registrierung der Hardware zum Download bereit. Mit Focusrite Control kann man nun mit dem Rechner Inst- oder Air-Taster fernsteuern, und sogar die Gain-Poti-LED-Ringe sind farblich nach persönlichem Geschmack anpassbar.

Latenzfrei glücklich

Die Line-Level-Inputs werden mit dem Inst-Taster auf hochohmig gestellt. Gitarre und Bass schließt man nun mit einem handelsüblichen Gitarrenkabel direkt am Interface an, sodass sie im Computer mit dem Lieblings-Amp-Plugin versehen werden können. Im Test erreichen wir hierfür eine für normalsterbliche Musiker nicht bemerkbare Latenz von unter sechs Millisekunden. Möchte man mit Mikrofonen aufnehmen oder verwendet einen Hardware-Modeler mit Boxensimulation, kann man vollkommen verzögerungsfrei abhören.

Den Taster „Direct Monitor“ drücken, und schon werden die Eingangssignale direkt auf die Ausgänge gelegt. Man umgeht nun zwar die Möglichkeit, das Eingangssignal im Computer mit Plugins aufzuschönen, jedoch ergibt sich daraus auch ein komplett latenzfreies Monitoring. Die Mikrofonvorverstärker bieten einen Vorverstärkungsbereich von 56dB und sind somit für fast alle Aufnahmeszenarien ausgerüstet. Im Test kann das gain-hungrige Shure SM7B ohne weitere Pegelverstärker leise gesprochene Vocals rauscharm aufnehmen.

Besond-AIR-heit

Eine Besonderheit ist die integrierte „AIR“-Funktion, die dem Vorverstärker den Charakter des angesehenen Focusrite-ISA-Preamps verleiht. Diese lässt vor allem akustische Instrumente und Sprachaufnahmen mit einem Knopfdruck transparenter und direkter klingen. Vor allem in den Mitten und Höhen macht sich das positiv bemerkbar.

Das bleibt hängen

Eine sehr solide Soundkarte mit großartigem Preis-Leistungs-Verhältnis ist das Scarlett 2i2 auch in der dritten Generation. Das Software-Paket ergänzt die Karte, und die Air-Funktion ist eine brauchbare Alternative für Fans des Vorverstärkerklassikers Focusrite ISA. Das 2i2 ist zwar ein Einsteiger-Interface, aber ein ernstzunehmender Konkurrent auch für hochpreisige Mitbewerber.

Konst Fischer

Den komplette Test zum Focusrite Scarlett 2i2 könnt ihr auch in guitar 3/20 nachlesen - direkt bei uns im PPV-Shop bestellen!

Alle weiteren Infos findet ihr auf der Focusrite-Hersteller-Homepage ...