Macmull Guitars S-Classic Sunburst MN

Macmull Guitars legen mit der S-Classic in atemberaubend schönen Sunburst einen mehr als satten Einstand hin. Perfektion und Detailverliebtheit ...

Zugegeben, die erste Reaktion des Testers war: „Wow, schon wieder ’ne Gitarre, die sich mehr als deutlich an Leo Fenders Stratocaster orientiert? Und wozu das Ganze? Gibt’s ja schon ...“

Rein oberflächlich betrachtet, könnte man das Thema damit ad acta legen, denn in der Preisklasse oberhalb von sechs Kilo gibt’s vom Original eben auch schon eine Masterbuilt von John Cruz. Und die sind bekanntlich auch ganz gut … Spaß beiseite, man sollte mit einer gewissen Unvoreingenommenheit an die S-Classic von Macmull gehen.

Schließlich sind die Voraussetzungen, unter denen diese Instrumente entstehen, gänzlich verschieden zum Custom Shop mit dem großen F – Vergleiche hinken da beinahe zwangsläufig.

Den Sound darf man dann freilich vergleichen. Macmull Guitars sind ein Dreimannbetrieb, bestehend aus Gitarrenbauer Tal Macmull, Gitarrist und Produzent Amit R. Sadras sowie dem Gitarristen Sharon Levi, der seinen Sitz in Jerusalem hat. Der geneigte Leser kann bereits am Firmensitz erahnen, dass bei Macmull einiges anders laufen dürfte als bei anderen Firmen.

Fernab des unüberschaubar großen Marktes für Zubehör, Pickups und Hölzer, in völlig anderem Klima am quasi anderen Ende der Welt, da müssen sich Ansatz und Produktion fast zwangsläufig unterscheiden. Und das ist gut so, denn das Original gibt es ja schon.

Sunburst mit Macken

Um was es sich bei der S-Classic handelt, liegt auf der Hand: eine Interpretation der 1954er Stratocaster in ihrem Urzustand. Zumindest optisch, denn wo die originale 1954er auf einen einteiligen Esche-Body setzte, ziehen Macmull Erle vor. Die wurde erst ein wenig später eingesetzt und erlangte spätestens in Kombination mit einem Palisandergriffbrett und einem Three-Tone-Sunburst in den Händen Stevie Ray Vaughans den ultimativen Kultstatus.

Die S-Classic gibt es dann auch als ’60s-Variante mit besagtem Palisandergriffbrett und dem Three-Tone-Sunburst.

Unsere Testvariante setzt auf den einteiligen Ahornhals inklusive Griffbrett, direkt eingesetzten Bünden und dem bei dieser Konstruktion obligatorischen „skunk stripe“, dem Walnussstreifen, der die rückwärtige Fräsnut verschließt. Die ist zwingend nötig, um den Halsstab einsetzen zu können.

Von oben geht ja nicht, da das Griffbrett nicht separat aufgeleimt wird. Bei der Palisandervariante fehlt der Stinktierstreifen, denn hier gibt es besagtes separates Griffbrett ja. Der einteilige Hals mit ordentlich Abnutzungsspuren in Form einer nahezu lackfreien Halsrückseite samt authentisch nachgegrautem Holz und der satten honigfarbenen Färbung unter dem verbliebenen Lack auf dem Griffbrett ist schlichtweg ein Traum, anders kann man das kaum sagen.

Er präsentiert sich dank der Kombination aus dem satten C-Profil und dem erstklassigen Fretjob (Entgraten, Verrunden und Polieren der Bundstäbchen) als Handschmeichler erster Güte. Und das sagt jemand, der eigentlich mehr auf Les Paul und Telecaster steht ...

Text: Stephan Hildebrand
Foto: Christopher Przybilla

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