Special: Marshall Hot Rods

Kein anderer Verstärkerhersteller hat den Sound der Rockmusik mehr geprägt als Marshall. Heute gibt es etliche Gitarristen, die sich den vermeintlichen Originalklang längst nicht mehr produzierter Modelle herbeiwünschen. Wir werfen hier einen ausführlichen Blick auf das Thema Hot-Rod.

Zuallererst sollte man vor der eigenen Haustür kehren. Marshalls erster Gitarrenverstärker, der JTM45, war selbst ein modifizierter Gitarrenverstärker. Es war Ken Bran, der dieses Modell 1962 auf Basis des Fender Bassman 5F6A entwickelte. Mit seinen nächsten Modifikationen wurde das Team um Jim Marshall den Wünschen befreundeter Musikern nach höherer Lautstärke gerecht: 50, 100 und sogar 200 Watt standen hier auf der Speisekarte, denn merke: Die typische Mikrofonierung des Gitarrensounds und dessen Verstärkung über PAs gab es noch gar nicht. Als Modifikation drei würde ich den Master-Volume-Regler betiteln, den es bei Marshall ab 1975 in der JMP-Modellserie gab. Weiterhin erkannte Marshall bald danach, dass mehrkanalige Verstärker sinnvoll waren, wenn sie sich denn umschalten ließen. Diese Entwicklung begann 1981 mit dem raren Modell 2000 Lead.

Bekannter sind natürlich die Modelle JCM800 2205 und 2210, die auch der eigentlich durchgängigen Forderung nach immer mehr Gain-Reserven gerecht wurden. Um es kurz zu machen: Auch der firmeneigene Weg von Marshall ist von Weiterentwicklungen bestehender Modelle geprägt. Gleichzeitig änderten sich bei Marshall über die Jahre auch immer wieder die Fertigungsmethoden und Bauteile. So stellte der Hersteller von der Handverdrahtung auf eine Platinenbauweise um, wechselte aber durchaus auch mal den Hersteller der Ausgangsübertrager und Netzteile. 

Das Ergebnis waren neuere Modelle, die aufgrund ihrer Fortentwicklung nicht mehr identisch zu den älteren Versionen klangen. Durch sich verändernden Zeitgeist, Musikstile und Gitarrensounds entwickelten sich auch neue Anforderungen an die Verstärker. Es entstand eine Nachfrage, die Marshall mit seinen aktuellen Modellen nicht immer vollständig abdeckte. So entwickelten sich mehrere Trends, die man bis heute beobachten kann. Zum einen baute sich parallel zur offiziellen Modellfortschreibung der Verstärker eine Nachfrage nach alten Modellen auf. Um diese Wünsche nicht allein dem Gebrauchtmarkt zu überlassen, wurde Marshall der Nachfrage nach vergangenen Modellen regelmäßig mit limitierten Sonderauflagenauflagen und Re-Isssues gerecht. Diese verfügten allerdings selbst oft bereits über bestimmte Modifikationen, etwa einen Effektweg, aber auch angepasste Fertigungsmethoden und vor allem auch eine Anpassung an aktuelle Gesetzgebungen, etwa ROHS.

Ab wann ist es ein Hot Rod?


Man könnte nun darüber diskutieren, ob man hier bereits von Hot-Rod-Modifikationen sprechen darf, obwohl Marshall selbst als Hersteller auftritt. Insbesondere gilt dies auch für die Signature-Modelle, deren Ausstattung sich an existierenden Modellen orientierte und diese um spezifische Funktionen ergänzte, etwa Modelle für Slash (1996/2011), Zakk Wylde (2003), Kerry King (2008), Randy Rhoads (2009), Yngwie J. Malmsteen (2011) und Joe Satriani (2012).

In diesem Artikel widmen wir uns jedoch vorrangig jenen Technikern, die existierende Verstärker auf ihre Werkbank bekamen und zu neuen Funktionen und Klängen führten beziehungsweise dies noch bis heute tun. Exemplarisch seien hier Dan Gower, Jerry Pinnelli, Tommy Folkesson, Henric Hermansson und Roy Blankenship, Jerry A. Blaha (Amp Crazy) oder David Bray aufgelistet. Und aus Deutschland muss einfach der Name Dirk Baldringer genannt werden.

Dirk Baldringer

(Leverkusen)
Mit über eintausend reparierten und modifizierten Marshall-Verstärkern seit 1982 gehört Dirk Baldringer zu den ersten Adressen Deutschlands, wenn es um technische Expertise zu den britischen Verstärkern geht.

Welche Modifikationen hast du regelmäßig durchgeführt?


Anfänglich wollten viele Kunden ihren Marshall etwas weniger bissig und dafür fetter haben. Mit Aufkommen des Hair-Metal in den Achtzigern war aber schnell mehr gefragt – vor allem Gain. Typische Modifikationen brachten die Verstärker darüber hinaus auf zwei oder drei Kanäle und ergänzten einen aktiven Einschleifweg – selbst Stereoendstufen habe ich gebaut. Die Modifikationen habe ich selbst entwickelt. Dabei konnte sich der Kunde zwischen einer eher rauheren britischen und einer glattpolierteren amerikanischen Variante entscheiden.

Rückblickend würde ich diese Arbeiten auch nicht als Sünde bezeichnen, denn ein Wunsch nach Rückbauten kommt eher selten vor. Außerdem war das eben damals der Musikgeschmack. Oft genug wurde aber an den modifizierten Originalen dann an etlichen Stellen weiter „herumgebastelt“. Heute meine ich, dass man mit guten Pedalen, etwa meinem Dual Drive, diese Modifikationen größtenteils nicht mehr braucht und die erweiterte Klangvielfalt auch anders und genauso überzeugend erreichen kann. Grundsätzlich lohnt sich der Erhalt der Geräte unbedingt, denn meines Erachtens liegen die alten Verstärker qualitativ vor neueren Modellen, was oftmals an den eingesetzten Bauteilen liegt. Meine persönlichen Referenzen sind ein JCM800 2203 von 1981 und ein JMP von 1976, die mit ihren Originalspezifikationen und -bauteilen einfach so gut klingen, dass ich da kein Verlangen nach Änderung habe.

Im Dezember habe ich übrigens gleich neun Marshalls von Status Quo umgebaut. Als Basis diente der JCM800KK, den ich auf den Sound älterer Verstärker abgestimmt habe. Abgesehen davon gibt es bei Status Quo immer auch einige Vox AC30, die in einem Marshall-Gehäuse ihre Arbeit verrichten. www.baldringer.de

Jerry Pinnelli, FJA Mods (New York, USA)

Jerry Pinelli von FJA Mods aus New York ist seit Jahren eine beliebte Anlaufstelle für Modifikationen von Röhrenverstärkern. Natürlich steht auch Marshall auf der Speisekarte.

Was sind die typischen Wünsche deiner Kunden, wenn es um Marshall-Modifikationen geht, die über eine Reparatur hinausreichen?

Am häufigsten werden bei mir höhere Gain-Reserven abgefragt. Viele Kunden wünschen sich ein Klangbild, das sie von ihren Helden kennen, die oft genug einen heißgemachten Marshall eingesetzt haben, etwa von Jose Arredondo, Elan/Metalhead oder Lee Jackson, um einige bekannte Namen zu nennen.

Inwieweit gibt es nach deiner Ansicht überhaupt ein Potential für eine klangliche Verbesserung der klassischen Marshall-Verstärker?

Das kommt ganz auf den Bedarf des jeweiligen Spielers an. Ich verstehe mich als echten Customshop und mache also Dinge in jedem Amp etwas anders. Für die alten Marshall-Klassiker mit einem Kanal füge ich oft einen zweiten Kanal hinzu, einen Effektweg, einen Master-Volume-Regler und einige Funktionen, die den Verstärker für moderne Gitarristen besser einsetzbar gestalten. Viele der Musiker, mit denen ich zu tun habe, brauchen mehr Gain, weil sie im Rock- und Metal-Bereich aktiv sind. Gleichzeitig sind die Möglichkeiten für mögliche Modifikationen nahezu unbegrenzt.

www.fjamods.com

 

 

Dan Gower
(Essex, England)

Welche Vorteile bietet ein Dioden-Clipping?

Dioden-Clipping war und ist seit vielen Jahren populär. Es handelt sich um einen effektiven kleinen „Trick“, mit dem man einem Verstärker zu mehr Verzerrung und Sättigung verhelfen kann. Verstärkerentwickler und -techniker wie Jose Arredondo, Mike Fortin, Dave Friedman und ich, aber auch zahllose andere haben Dioden in unterschiedlichsten Schaltungsvarianten in ihren Konstruktionen eingesetzt. Das typische „Jose“-Dioden-Clipping ist direkt im Verstärker verbaut. Dabei erreicht man all die beabsichtigen Klangänderungen, eine Formung der Zerrstruktur und die gewünschte Dynamik der Vorstufe.

Das Clipping sorgt für eine harte Begrenzung des Signals, was zu einem generellen Spielgefühl mit höherer Verzerrung führt. Nutzt man hingegen ein Dioden-Clipping vor dem Verstärker, etwa über ein Pedal, erreicht man nicht das gleiche Klangergebnis. Das Pedal verändert bereits den Ton der Gitarre, den Ausgangspegel und die Spiel-dynamik – noch bevor es den Verstärker selbst erreicht. Das kann, abhängig vom eingesetzten Pedal, gut oder schlecht sein. Der Nachteil eines schaltbaren Dioden-Clippings im Verstärker ist der einhergehende deutliche Lautstärkeabfall des Verstärkers. Dazu wird auch der Rauschabstand erhöht. Möchte man in meinen Verstärkern das Dioden-Clipping als umschaltbare Variante nutzen, ist daher ein zweiter Master-Regler nötig.
www.facebook.com/DGAmps


Henric Hermansson, Hermansson Amplification (Falun, Schweden)

Seit 2010 modifiziere ich Verstärker, da mir der Markt als Gitarrist keine Geräte bot, die meinen Anforderungen an das Spielgefühl gerecht wurden. Ich möchte, dass der Klang mich regelrecht aus den Boxen anspringt und jede Spielnuance sauber übertragen wird. Im selben Jahr traf ich auch den schwedischen Amp-Guru Tommy Folkesson, der seit den Siebzigern mehr als 1.500 Marshalls modifizierte. Wir begannen zusammenzuarbeiten und Ideen auszutauschen. Seither arbeite ich ständig an weiteren Verbesserungen der Dynamik, Anschlagsempfindlichkeit und des Attackverhaltens von Verstärkersounds.

Was stellst du mit Marshall-Verstärkern so alles an?

Grundsätzlich sind Marshalls stets eine gute Ausgangsbasis für Modifikationen. Durch den Wechsel weniger Komponenten kann man bereits eine Menge Gain erreichen. Genau das wird oft gewünscht, dazu ergänzende Funktionen wie fußschaltbare Boosts, doppelte Master-Volumes für den Soloeinsatz und einen guten Effektloop. Ich habe aber auch gerade einige Marshalls aus den Sechzigern restauriert. Die Geräte waren stark modifiziert, und ich habe sie mit den passenden Bauteilen komplett in den Originalzustand zurückversetzt. Ich verfüge über eine ständig wachsende Sammlung von NOS-Bauteilen und bringe diese anteilig in meinen sämtlichen Modifikationen zum Einsatz, um den gewünschten Klang zu erhalten. Gleichzeitig meine ich auch, dass man die Geräte aus den Sechzigern im Orginal-zustand belassen sollte, um der jungen Musikergeneration das Erbe von Marshall zu erhalten, das die Anfänge der Rockmusik so nachhaltig geprägt hat.

Was darf man klanglich von deinen Umbauten erwarten?

Bei einem großartigen Gitarrensound stehen die Frequenzen und Obertöne in perfekter Balance. Alle Schaltungsbereiche müssen gemeinsamschaftlich die Röhren mit dem richtigen Signal füttern. Wie beim Kochen benötigt man die richtige Zusammenstellung von Zutaten für ein leckeres Gericht. Mein Rezept für einen guten verzerrten Klang ist eine Filterung der Bässe vor der eigentlichen Verzerrung. So sorge ich für ein straffes Klangbild, dem ich über einen Treble-Boost noch Attack und Klarheit hinzufüge. Den fehlenden Bassanteil füge ich später in der Schaltung wieder hinzu.

Es ist nicht schwer, massig Verzerrung aus einem Verstärker zu kitzeln, wohl aber eine saubere Auflösung und Saitendifferenzierung zu erreichen. Erst recht gilt das auch für die Umsetzung einer guten Anschlagsdynamik, die möglichst Gain-unabhängig funktionieren soll. Schließlich achte ich auch darauf, dass alle Regler und Schalter über einen breiten Bereich nutzbar sind. www.facebook.com/hermanssonamplification

Dave Friedman
(Los Angeles, USA)

Hoch im Kurs steht aktuell Dave Friedman, der lange Jahre mit seiner Firma Rack Systems Marshall-Verstärker modifizierte und dabei mit dem gleichermaßen satten und definierten Brown-Eye-Mod eine eigene Klangsignatur entwickelte, die seit einigen Jahren in seinen eigenen bis zu dreikanaligen, teils handverdrahteten Verstärkern hoch im Kurs steht. Friedman hat Verstärker von Eddie Van Halen modifiziert und derzeit Signature-Modelle von Steve Stevens, Jerry Cantrell, Phil X und Bill Kelliher im Angebot, die teils mit zusätzlichen Gain-Stufen und/ oder Dioden, etwa im JJ-100, im Signalweg arbeiten.

Trace Davis, Voodoo Amps
(Horseheads/New York, USA)

Voodoo Amps ist auf Verstärkerumbauten für namhafte Künstler spezialisiert. Die Liste der Auftraggeber reicht von Aerosmith über Def Leppard bis hin zu Whitesnake und Joe Bonamassa.

Gibt es ein bestimmtes Klangbild, das du mit Deinen Modifikationen anstrebst?
Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen immer das gewünschte Klangbild und Spielgefühl. Ich möchte inspirierende Verstärker liefern. Dazu soll der Ton ausgewogen und singend sein, dynamisch reagieren und allein durch Zurückdrehen des Lautstärkepotis gute Cleansounds ermöglichen. Ebenso sollen der Verstärker gut zum Bandsound passen. Wir fokussieren uns inzwischen ausschließlich auf individuelle Umbauten. Mir gefällt die Arbeit mit einzelnen Gitarristen und die spezifische Abstimmung auf deren Anforderungen. Daher gibt es bei Voodoo Amps keine universellen Lösungen, und wir haben auch nur wenige Verstärker im Monat auf der Werkbank.

Was macht ihr anders als die Konkurrenz?
Bei vielen Marshall-Modifikationen werden nur bestimmte Komponenten getauscht. Das ist nicht unser Ansatz, weshalb ich weniger von Modifikationen als von Rebuilds spreche. Bei einkanaligen Verstärkern entfernen wir an die 90 Prozent der Schaltung und bauen diese komplett neu auf. Wir tun das, damit der Verstärker am Ende exakt so klingt und sich anfühlt, wie wir es uns wünschen. Der Umbau ist eine eigene Art der Kunst, denn auch die beste Messtechnik wird dir nicht vorab das Endergebnis verraten. Stattdessen muss man sich bei der Feinabstimmung auf seine Hände und Ohren verlassen.

Inwieweit unterscheiden sich deine Jose- und Caswell-Modifkationen?

Nun, inzwischen basieren die meisten unserer Umbauten auf eigenen Entwicklungen. Die allgemeine Verfügbarkeit bestimmter Modifikationen haben wir Ende 2016 aus Zeitgründen eingestellt. Grundsätzlich sind die Designs von Jose Arredondo und Tim Caswell gänzlich unterschiedlich und klingen auch nicht wirklich ähnlich. Arredondo bot im Wesentlichen drei Modifikationen an, die er partiell leicht veränderte, während ich von Caswell nur eine Hauptschaltung kenne. Ich bin allerdings kein Anhänger von Schaltungen anderer Leute – es sei denn, sie sind nicht mehr als Techniker verfügbar oder wie Arredondo verstorben. Dazu habe die Jose-A-Mods im Bassbereich überarbeitet. Ein Beispiel: Auf vielen bekannten Aufnahmen hört man gestackte Gitarrenspuren. Wenn jemand einen solchen Ton wünscht, muss sein Verstärker entsprechend fetter klingen. Kundenspezifisch verändere ich eine solche Schaltung für andere Anforderungen an die Gain-Reserven, ergänze einen Bottom-Regler, einen Bright-Schalter oder einen röhrenbasierenden Einschleifweg. www.voodooamps.com

 

 

 

Peter Linnemann, Linnemann-Amplifiers
(Ilmenau/Thür)

Baust du noch Marshalls um?

Ja, hin und wieder. Allerdings versetze ich die Geräte meistens zurück in den Originalzustand. Bei Umbauten sind am häufigsten ein Master-Volume und JCM800-Schaltungen gefragt. Die Kosten für den reinen „Rückbau“ sind meist überschaubar, aber aufgrund des Alters kommen meist noch Poti oder Elkos dazu – aber das muss im Sinne der Betriebssicherheit auch sein. Ein Komplettumbau auf Turretboard ist hingegen etwas anderes: Das können schon mal 500 Euro und mehr werden. So etwas lohnt sich, wenn man den Verstärker nicht als Sammlerstück betrachtet und den Klanggewinn in den Vordergrund stellt.

Welche Arten von Modifikationen werden am häufigsten nachgefragt?
Meistens solche Dinge wie FX-Loop, mehr oder weniger Gain oder mitunter auch ein Umbau einer Platinenversion (etwa eines JTM45 RI) auf Turretboard mit guten Bauelementen.

Welche Idee steckt hinter deinen Produkten M45, 22xx? Beim M45 (JTM45) oder M50 (JTM50) ist es das Ziel, den Originalsound des Klassikers so genau wie möglich zu reproduzieren – und in puncto Nebengeräuschen vielleicht besser zu sein. Den 22xx sehe ich als Basis für alle möglichen Projekte; der kann je nach Auslegung fast alles – also vom JCM800 2204 bis hin zu High-Gain-Metalsounds. Gibt es einen qualitativen Vorteil bei deinen Modellen gegenüber den Originalen? Als Vorteile sehe ich die Einzelfertigung von Hand und die Möglichkeit, auf individuelle Wünsche der Kunden eingehen zu können. Dazu bin ich stets an einem sehr geringen Nebengeräuschpegel interessiert. Netzbrum


Welche Modifikationen hältst du selbst für sinnvoll?


FX-Loop eigentlich immer, obwohl das den Klang schon ein wenig verändert. Ansonsten ist das im Ohr des Kunden die Bewertungs-instanz – ich habe da keine „Wertigkeiten“.

Was ist dein Lieblingsverstärker von Marshall?

Mein Favorit ist der JTM50 mit EL34-Röhren und GZ34-Gleichrichter – der hat die Dynamik des JTM45 und den Biss des Plexi. www.linnemann-amplifiers.de

Ebenso hoch geschätzt werden die Hot-Rod- Plexis der SL-Serie von John Suhr. Sie bieten einen Master-Regler, Loop und sogar einen Variac. Handwired-Technik vom Feinsten erhält man aber auch mit dem zweikanaligen British Purist von Larry, der Non-Master und Master-Sounds in makelloser Boutiquequalität liefert.

Schließlich darf Reinhold Bogner in dieser Liste natürlich nicht fehlen. Er entschied sich bereits Ende der Achtziger für den Weg eigener Verstärker, die er über die Jahre mit unterschiedlichsten Ansätzen entwickelte. Sein dreikanaliger Ecstasy gilt als Super-Marshall mit besonders edlem Sound. Zuletzt widmete sich Bogner mit den Helios-Modellen aber ebenfalls wieder einem rudimentäreren Ansatz nach dem Motto: Plexi, aber richtig!

Übrigens auch eine Spezialität von George Metropoulos. Bogner war es übrigens auch, der nach seinen ersten Preamps postulierte, dass die Konstruktion eines mehrkanaligen Verstärkers eine echte Aufgabe sei. Gleichzeitig vertrat er die Ansicht, dass Vollverstärker bessere Ergebnisse als getrennte Vor- und Endstufenkombinationen lieferten.

Zu guter Letzt sei auch noch der tschechische Modder Antonin Salva (Salvation Audio) erwähnt, der sich auf den Umbau von MTS-Vorstufenmodulen spezialisiert hat. Er bietet eine Vielzahl von Umbauten an, mit denen die kompatiblen Verstärker von Randall, Egnater und Synergy den Originalverstärkern und bekannten Mods sehr nahe auf der Spur sind.

Text: Ulf Kaiser

Fotos: Henric Hermansson, Arhen Lucassen

Marshall-Wand von Henric Hermansson aus Schweden

Marshall-Wand zum Tuning bei Henric Hermansson aus Schweden