Test: Schecter Banshee Elite-7 Extreme - Metal-Biest 
im Einsatz

Schecter ist bekannt dafür, scharfe Äxte für den Metal-Bereich herzustellen. 2013 wurde die Banshee-Serie ins Leben gerufen. Vorliegen haben wir nun das Modell Banshee Nummer 7 – und zwar in der Variante „Extreme“ mit einem Humbucker und zwei Singlecoils unter der Haube.

Die Schecter Banshee Extreme unterscheidet sich vor allem preislich von der Variante ohne „Extreme“. Trotzdem kann sich die Extreme optisch sehen lassen. Die Decke besteht aus Wölkchen-Ahorn, das mit einem grauen „Holzkohle-Burst“-Finish überzogen wurde. Das Wölkchen-Ahorn findet sich auch auf der Kopfplatte wieder, der Hals besteht ebenfalls aus Ahorn. Die Mechaniken weisen eine Erhöhung im Knopf auf, die die Kollegen angenehm griffig macht.

UFOs weisen den Weg


Optisch fallen als nächstes die Griffbrett-Inlays ins Auge. Bei der hochpreisigeren Banshee-Elite-7 leuchten sie sogar im Dunkeln, bei der Extreme-Variante muss man sich auf den Anblick bei Licht beschränken. Dennoch kommen die pfeilähnlichen Inlays aus Pearloid und die darunter liegenden, UFO-ähnlichen Abalone-Einlagen auf dem Griffbrett aus Palisander gut zur Geltung und veredeln das Aussehen zusätzlich. Hinzu kommt ein schickes Ahorn-Binding. 24 Bünde gewähren auf sieben Saiten eine weite Tonpalette – vom tiefen B bis zum hohen E in viereinhalb Oktaven Entfernung.

Ihre Tonal-Power wird die Extreme durch zwei hauseigene Schecter Diamond-Singlecoils und einen Schecter Diamond Plus-Humbucker los. Durch ihren flachen Hals mit C-Profil ist es ein Leichtes, auf der Extreme blitzschnelle Licks oder Soli runterzubrettern. Offene Akkorde und Barré-Griffe über alle Saiten sind etwas unbequemer zu greifen, wenn man den ultrabreiten C-Hals nicht gewohnt ist.

Hier haben wir keine Hof- und Wiesenklampfe (wie der Kollege Hildebrand zu sagen pflegt), sondern ein Metal-Tier, das nach Zähmung verlangt. Shredding und Tapping machen auf ihr dafür umso mehr Spaß.

Trotz HSS-Pickup-Bestückung ist die Banshee in Sachen Regler 
minimalistischer ausgestattet: Ein Volume-Regler und ein Tone-Regler müssen hier ausreichen. Bei drei Pickups eigentlich eine Selbstverständlichkeit, ist der Fünfweg-schalter wie folgt verdrahtet:

1. Hals-Singlecoil
2. Hals- & Mittel-Singlecoil
3. Mittel-Singlecoil
4. Mittel-Singlecoil & Steg-Humbucker
5. Steg-Humbucker


Bei letzteren beiden Stellungen empfiehlt es sich, den Diamond-Humbucker via Push/Pull-Funktion des Tone-Reglers zu splitten – das kann Clean- und Crunch-Sounds eine Portion mehr Luftigkeit verleihen.

Volle Pulle


Klare Sache, dass bei dieser Power-Schecter erst einmal volle Pulle aufgedreht werden muss. Bevor man sich, lediglich zur journalis-tischen Vollständigkeit dieses Tests, ein wenig widerwillig dem cleanen Klang widmet …

Insbesondere der Humbucker am Steg überzeugt im High-Gain-Bereich auf ganzer Länge. Hier liefert er viel Sustain, eine saubere Auflösung und einen fetten Sound – also alles, was man braucht, um im Hartwurst- und Djent-Sektor zu punkten. Wahlweise bietet der obere Singlecoil ein warmes Attack und ein wenig mehr „Blues“-Touch.

Im Crunch-Bereich ergeben sich vor allem mit den Singlecoils bei zurückhaltendem Gain oldschoolige und bluesige Klänge. Bezieht man nun die zusätzliche tiefe H-Seite in die Riffarbeit mit ein, dann drückt es nur so aus dem Test-Amp heraus – egal, bei welcher Poti-Stellung, besonders stark erwartungsgemäß beim Humbucker.

Die tiefe H-Saite muss dabei nicht zwangsläufig zum Einsatz kommen, aber ihr Vorhandensein ermöglicht das blitzschnelle Gleiten in tiefere Tongefilde. Sicherlich nützlich, wenn man hauptberuflich im Death-Metal oder Djent unterwegs ist oder gern mit tiefen Tönen experimentiert. Für alle anderen eher ein Goodie, das man hier und da einsetzen kann. Eine solche Gitarre muss schon zum eigenen Stil passen, andererseits schadet es ja auch nicht, etwas (in diesem Fall die tiefe H-Saite) zu haben, um sie einsetzen zu können, wenn man denn mag …

Nach einiger Zeit fordert der ultrabreite Hals seinen Tribut – zumindest von den Fingern der Testerin, die sich sonst eher schmaleren Hälsen zuwendet. Ideal dennoch für diejenigen, die ihre Finger in Windeseile wie Spinnenbeine über mehrere Bünde ausbreiten können – oder dies üben wollen.

Um ein wenig zu entspannen, ab in den Clean-Kanal: Hier bietet die Extreme reichlich Knack und liefert einen etwas rauchig-warmen Sound, wenn die Singlecoils in Stellung 1 und 3 einzeln angespielt werden. Glockiger klingen die Zwischenstellungen.

Das bleibt hängen


Dieses Schätzchen entfaltet im Gain-bereich seine wahren Stärken. Durch den ultrabreiten Hals, die zusätzliche Saite sowie die kraftvolle Pickups-Bestückung dürfte sie die Wünsche von Metal-Freunden erfüllen- Und das zu einem absolut fairen Preis!

Text: Natalie Meyer

Den kompletten Test findet ihr auch in guitar 9/17 – direkt hier bestellen!
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Schecter Banshee Extreme Body Detail