Test: Vovox sonorus drive 100 TRS/TRS

Wenn es eine Kabelstrecke gibt, die einer echten Belastung ausgesetzt ist, dann die zwischen Topteil und Box. Schweizer Präszisionsarbeit in Form der äußerst robusten sonorus-drive-Kabel von Vovox kommt da gerade recht …

 

Fette  Leitung

 

Wenn es eine Kabelstrecke gibt, die einer echten Belastung ausgesetzt ist, dann die zwischen Topteil und Box. Schweizer Präszisionsarbeit in Form der äußerst robusten sonorus-drive-Kabel von Vovox kommt da gerade recht.

 

Inzwischen dürfte es sich herumgesprochen haben, dass Kabel eine nicht zu unterschätzende Komponente im Gesamtbild eines krisensicheren und live-tauglichen Rigs sind. Sicher nicht ganz unschuldig an diesem generellen Erkenntnisgewinn dürften der nach wie vor grassierende Hype rund um Effektpedale und die damit zusammenhängende Planung und den Aufbau eines Boards sein. Wer hier an der falschen Stelle spart und mit den Billo-Flitzen vom Wühltisch verkabelt, darf sich nicht wundern, wenn dem Britzeln, Knacksen und Knistern der Totalausfall folgt. 

Zugegeben, wenn einem live im wahrsten Sinne des Wortes der Ton wegbleibt, ist das mehr als uncool, der Schaden am Equipment ist im Falle der Pedalboard-Verkabelung aber meist auf das defekte Kabel beschränkt. Wenn dagegen das Kabel zwischen Topteil und Box den Geist aufgibt, dann können durchaus ernstere Schäden entstehen, wenn der Amp zu lange ohne Last läuft. Daher die Devise an dieser Stelle: Better safe than sorry! 

Heiß und Masse

Worauf kommt es bei einem Boxenkabel also an? Robust muss es sein, sowohl was die Stecker, das Kabelmaterial an sich, als auch eben die Schutzhülle angeht. Vovox liefern mit dem sonorus drive ein in jeder dieser Disziplinen top aufgestelltes Kabel ab. Beide Leiterteile des Kabels (also Heiß und Masse) bestehen aus einem massiven Kupferleiter, nicht aus zahlreichen dünnen Drahtlitzen; allein dadurch bekommt das sonorus drive eine wertige und robuste Haptik. 

Beide Kabelelemente sind von einer schützenden Netzstruktur aus Naturfaser umgeben, darunter werden sie von einem isolierenden Polymermantel umhüllt. Das klingt eventuell ein wenig futuristisch, ist aber weit weg von Blendertum. Der Hersteller hat lediglich die richtigen Schwerpunkte in den Vordergrund gerückt und eben nicht bei der Isolierung oder der Solidität des Materials gespart. Von einer Aura der Unzerstörbarkeit umgeben sind die massiven 6,35-Milllimeter-Klinkenstecker namens „Jumbo Phone Plug“. 

Das Gefühl, das sich beim Einstöpseln des sonorus drive einstellt, ist pures Vertrauen. Vergleichbar vielleicht, wenn man statt eines lumpigen Abschleppseils eine Abschleppstange benutzt: Auch bei einem miesen Fahrer ist die Gefahr, dass er einem in den Kofferraum rumpelt, ungleich geringer – und das ist ein gutes Gefühl. Dank des massiven Leiterquerschnitts muss man über die Klangübertragung keine Worte verlieren; das sonorus erledigt seine Aufgabe exzellent, bringt meiner Meinung nach sogar einen Tacken mehr Spritzigkeit und Höhen ins Klangbild, zumindest im Vergleich zu meinem bisherigen Kabel – top!

Das bleibt hängen

Kabel sind so lange unauffällig, bis sie den Dienst verweigern. Bis das bei der sonorus-drive-Speaker-Variante eintritt, darf man wahrscheinlich lange warten. Rein haptisch kam mir persönlich noch nichts Vertrauenserweckenderes in die Hände. Über die Funktionalität dieses in Kriens im Kanton Luzern von Hand gefertigten Kabels zu reden, ist wie Taschenmesser in die Schweiz zu  zu tragen: schlicht unnötig.
Autor: Siggi Harringer