Höfner-Historie: All You Need Is Bass

Wenn man von Paul McCartey spricht, denkt man meist auch an seinen Bass, den Sir Paul unerschütterlich auch noch nach über 50 Jahren spielt und der so typisch für ihn ist, dass er nur unter dem Namen „Beatles Bass“ bekannt ist ...

Die Geschichte von Höfner auf nur ein Modell herunterzubrechen, das zudem von einem einzigen Musiker berühmt gemacht wurde, ist höchst unfair, denn unzählige Gitarristen vor allem der frühen 1960er Jahre haben zumindest eine Höfner in ihrem Arsenal. Immerhin ist eine Höfner-Gitarre zu dieser Zeit die einzig erschwingliche Alternative zu den US-amerikanischen Instrumenten, so dass speziell in England Gitarristen wie Hank Marvin, Chris Rea, David Gilmour oder gar Ritchie Blackmore in ihren frühen Jahren gerne an ihre Höfners zurückdenken.

Und doch: Wenn man den Namen „Höfner“ hört, denkt man unweigerlich zuerst an das Modell „500/1“, den Violinbass, denn McCartney spielt ihn noch immer praktisch exklusiv. Damit ist Sir Paul der prominenteste User eines Instruments des fränkischen Traditionsunternehmen.

Und ein Traditionsunternehmen ist es in der Tat, reichen doch seine Wurzeln weit zurück in die Vergangenheit, weiter noch als die von Fender, weiter noch als die von Gibson – und beinahe so weit wie Martin. Die Firma Höfner wird 1887 von dem gelernten Geigenbauer Karl Höfner in Schönbach gegründet – die Ortschaft gehört heute zur Tschechischen Republik. Sein Vater ist Küfer, stellt also Holzfässer her, so dass Karl Höfner von klein auf den Umgang mit Holz gewohnt ist. Die Kunst des Geigenbaus erlernt er bei zwei angesehenen lokalen Geigenbauern – die Gegend wimmelt von Musikinstrumentenherstellern!

Karl Höfner erarbeitet sich schnell einen ausgezeichneten Ruf, sowohl was die Herstellung als auch die Reparatur von Geigen angeht. Zu dieser Zeit beginnt man, auch im Instrumentenbau arbeitsteilig zu arbeiten, und Höfners Geigenkorpusse, angefertigt in traditioneller Handarbeit ohne die Verwendung von Maschinen, gehen zu bedeutenden Herstellern nach Österreich, Frankreich oder Russland. Karl Höfner ist nicht nur ein guter Geigenbauer, sondern auch ein versierter Geschäftsmann!

Marktführer


Der Erfolg steigert sich weiter, als die beiden Söhne Josef und Walter in den Betrieb eintreten. Nach dem Zweiten Weltkrieg steigt die Firma Karl Höfner unter tatkräftiger Mithilfe der Söhne zu einem der größten Hersteller und Exporteuren von Streichinstrumenten und 
deren Zubehör auf. Höfner-Geigen hängen in Musikgeschäften in der ganzen Welt. 1935 baut Höfner über 20.000 Instrumente, 1938 sind es bereits 28.000.

Für einen Gitarristen scheint die Herkunft aus dem Geigenbau wenig wichtig zu sein, aber genau zwischen den beiden Weltkriegen, in den 1930er Jahren, beginnt Höfner, auch Gitarren zu bauen – und zwar mit den Mitteln und Regeln des Geigenbaus. Diese Gitarren besitzen also eine gewölbte Decke sowie einen gewölbten Boden, massiv und mit der Hand geschnitzt. Es handelt sich letztlich darum, was man in Amerika eine „Jazzbox“, in Deutschland gerne mal eine „Schlaggitarre“ nennt. Die Gene des Geigenbaus sind nach wie vor in beinahe allen Instrumenten von Höfner zu finden, und sogar der „Beatles Bass“, das Modell 500/1, ist so konstruiert.

Die komplette Historie könnt ihr in guitar 11/17 nachlesen – direkt hier bestellen!
Hier könnt ihr euch durch die Ausgabe blättern!

Walter und Josef Höfner

Walter (l.) und Josef Höfner