Interview: Henrik Freischlader

Für den lässigen Blueser Henrik Freischlader geht es mal wieder auf Tour. Auf der soll auch sein neues Album entstehen. Ein spannendes Projekt, bei dem er auf der Bühne von mittlerweile sieben weiteren Musikern unterstützt wird.

"Auf Tour ist Urlaub"

 

Um dein spielerisches Können musst du dir keinen Kopf machen. Gibt es noch Dinge, die dich auf der Gitarre fordern?

Natürlich wird es spezieller, was einen am Instrument herausfordert, aber für mich sind das nach wie vor unendliche Weiten, die es zu entdecken gibt. Sliden kann ich zum Beispiel überhaupt nicht. Nachdem wir mit der Tedeschi Trucks Band auf Tour waren und ich regelmäßig Zeuge von Dereks Slidespiel wurde, konnte ich hinter dieses Thema direkt hundert Ausrufezeichen machen. [lacht]

Aber um so etwas zu lernen, braucht man eine gewisse Ruhephase, in der man sich mit seinem Instrument ein Stück weit neu vertraut machen kann. Ich bin Autodidakt, habe als keine Ahnung, wo welche Sachen auf der Gitarre liegen. E und G bekomme ich vielleicht noch hin, aber ansonsten ist es besser, wenn mir Armin [Alic, Bass] kurz die richtigen Bundstäbchen zeigt. Dieses Jahr habe ich sogar einige Workshops gegeben, was mir dementsprechend schwer fiel. Ich konzentriere mich eher aufs Praktische. Wenn jemand beispielsweise ein Lick von B. B. King spielt – selbst wenn er genauso bendet wie B. B. und genauso anschlägt –, fehlt es den meisten Gitarristen einfach an dem Gefühl, das sie in eine einzige Note legen können. Viele konzentrieren sich lieber auf schnelle Licks und verbringen nicht genug Zeit damit, ihre eigene „Sprache“ zu entwickeln. 

 

Ist das der Trick, um auch Nichtgitarristen bei der Stange zu halten, wenn man in sein Fünfminutensolo einsteigt?

Ich glaube, wir als Band versuchen schon, den Leuten etwas zu bieten, was spannend genug ist, um sich darauf einzulassen. Da muss ein jeder bei sich selbst ansetzen und sich selbst zutrauen, aufmerksam zuzuhören. In einer Zeit, in der die Leute innerhalb einer Minute 30 Fotos von ihrem Essen posten, ist es vielleicht schwerer geworden, sich auf ein gefühlvolles Saxofonsolo einzulassen. [lacht] Aber deswegen muss man es trotzdem versuchen. Es liegt uns fern, mit erhobenem Zeigefinger irgendetwas vom Publikum einzufordern, aber Musik ist nun mal etwas sehr Persönliches. Sich wirklich zu öffnen und alles in ein Solo zu stecken – das macht man nicht für jeden. Natürlich ist es mein Beruf, und ich mache es auch, wenn die Leute essen und reden, aber wenn einem wirklich zugehört wird, kann man sich tiefer in sein Gefühl fallen lassen.

Nach der Tour wartet natürlich der nächste Batzen Arbeit: die Produktion des Albums ...

Das stimmt. Martin Meinschäfer wird das Mischen und Mastern übernehmen. Unser Soundmann Jan schneidet das Ganze auf Tour mit. Ich werde mich dann durch die Aufnahmen hören und sicher oft bei Martin mit im Studio sitzen.

 

Text: Alexander Pozniak
Foto:  Timo Wilke

Das komplette Interview könnt ihr in guitar 10/17 nachlesen – direkt hier bestellen!
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Henrik Freischlader, Bluesgitarrist

Blues-Gitarrist Henrik Freischlader ist am liebsten mit seiner Band unterwegs.