Interview: The Cadillac Three/Jaren Johnston

The Cadillac Three sind seit ihrem Europadebüt auf Erfolgskurs in der alten Welt. Mit Legacy packen die drei Nashville-Country-Rocker neben ihren bewährten Klängen neue Elemente in den groovigen Südstaaten-Sound, und auch im Rig von Gitarrist und Sänger Jaren Johnston gibt es einige interessante Neuerungen.

Jaren, euer letztes Album Bury Me in My Boots (2016) ist erst knappe zwölf Monate alt, und nun steht mit Legacy eure neue LP in den Läden. Wie schafft man es, mit einem derart vollen Terminkalender wie eurem „nebenbei“ solch ein Brett einzuspielen?

Jaren Johnston: Die Arbeit an Legacy fing parallel zur Veröffentlichung von Bury Me in My Boots an. Wir nahmen in jeweils einer Woche im August und September 2016 die (Haupt-)Gitarren und Schlagzeugspuren in unserem Studio in Nashville, Tennessee, auf. Der Rest der Recordings fand in der Lounge unseres Tourbuses statt, da wir im vergangenen Jahr fast ohne Pause unterwegs waren.

Ich muss allerdings hinzufügen, dass unser Trio den Großteil der Songs schon während der Bury-Me-in-My-Boots-Kreativphase komponierte. Damals ließen wir uns viel Zeit, da ein echt fantastischer Songwriting-Flow herrschte, und dieser sollte so effektiv wie nur möglich genutzt werden. Am Ende teilten wir das Material so auf, das es perfekt zueinander passte, und aus den 14 verbleibenden Stücken entstand Legacy.

Es wäre auch zu gespenstisch gewesen, wenn dieses Album wirklich nur im Bus und den 14 Tagen in Nashville in der jetzigen Form auf dem Plattenteller läge.

Ja, Mann! Ich denke, dass wir schlichtweg immer effektiver arbeiten, wenn es an die Aufnahmen für eine neue LP geht oder wenn wir uns gegenseitig beim Schreiben der Tracks inspirieren. Es ist ein wirklich konstanter Anstieg zu verzeichnen, der auf der einen Seite zeigt, wohin die Reise geht, aber auch daran erinnert, woher wir kommen.

Beim ersten Hördurchlauf fällt sofort der viel entspanntere Vibe als auf euren vorherigen Scheiben auf.

Genau das ist es doch! Du musst deine Musik für dich immer spannend gestalten, damit du als Komponist und Arrangeur wächst. Auf Legacy finden sich für unseren Sound viele neue Akkordfolgen, Fills oder Drumbeats, die jedoch immer noch diese gewisse ZZ-Top-Luft atmen. Sie mischen sich mit unseren Trademarks und zeigen in meinen Augen und Ohren ein weiteres Kapitel an Lebenserfahrung.

Da du es gerade ansprichst: Legacy klingt wie ein Liebeserklärung an Nashville - es sind wirklich alle Strömungen aus Music City enthalten.

Mit dieser Einschätzung kann ich sehr gut leben! [schmunzelt] Spaß beiseite: Ich denke, das liegt einfach daran, dass wir viele Dinge komplett anders angehen als „normale“ Country- oder Southern-Rock-Acts. Ein wichtiger Aspekt dabei ist, das TC3 keinerlei Berührungsängste vor Genre-Mash-ups haben. Ein weiterer wichtiger Punkt für den vielseitigen Klang von Legacy ist, dass wir dieses Mal keine unserer Kompositionen aus der Hand – sprich einem anderen Künstler für seine 
nächste Platte – gegeben haben.

Früher landeten eine Reihe großer Musiker mit unseren Liedern Hits, deswegen lag es nahe, mit den etwas aus dem bisherigen TC3-Universum herausstechenden Songs selbst die Single-Charts erobern zu wollen. Vielleicht war das auch etwas selbstsüchtig, aber meiner Meinung nach für jeden nachvollziehbar.

Text: Chris Franzkowiak
Foto: Getty Images, Jil Ianes

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