Les Paul ist tot

Tod einer Legende: Lester Polfus alias Les Paul ist gestern im Alter von 94 Jahren gestorben.

Tod einer Legende: Lester Polfus alias Les Paul ist gestern im Alter von 94 Jahren gestorben.

Damit geht einer der letzten lebenden E-Gitarren-Pioniere: 1915 geboren, hatte Les Paul  schon vor Leo Fender einen ersten Vorläufer der Solid-Body-Gitarre mit dem bezeichnenden Namen „The Log“ („der Klotz“) entwickelt, durfte seine Vorstellungen bei Gibson aber erst verwirklichen, als das Unternehmen 1954 eine Antwort auf die Telecaster benötigte. Das Ergebnis, die Gibson Les Paul, prägte die Rockmusik der letzten 50 Jahre dann wie fast keine andere Gitarre.

Oft wird dabei jedoch übersehen, dass Les Paul selbst ein begnadeter Jazz-Gitarrist war. Seine größten Erfolge feierte er in den 40er und 50er Jahren zusammen mit der Sängerin Mary Ford und revolutionierte ganz nebenbei mit der Erfindung des heute selbstverständlichen Overdubbing-Verfahrens die Aufnahmetechnik.

 

Erst in den 60er Jahren, als seine Gitarre den Siegeszug antrat, wurde es ruhiger um Les Paul. Dennoch spielte er trotz einer Arthritis-Erkrankung bis ins hohe Alter regelmäßige Live-Gigs in New Yorker Clubs. Dass er einfach nicht von der Gitarre lassen konnte, verrät auch diese legendäre Anekdote von 1948: Als er sich bei einem Autounfall den rechten Arm gebrochen hatte, schien es, als ob er die Gitarre erstmal für lange Zeit in die Ecke stellen musste. Unzumutbar für Les Paul – er ließ sich den kaputten Arm einfach im rechten Winkel eingipsen und konnte so munter weiterspielen.

Mit Les Paul geht eine der wichtigsten Figuren der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts.